Die mir bis dato völlig unbekannten FLUID TO GAS kommen aus Bonn und
legen mit „Lemons For Lunch“ ihren vierten Langspieler vor. Das Bandinfo
sagt, dass ihr Sound dem der frühen Washingtoner D.C.- Sound- Ära
ähnelt. Das stimmt. Außerdem stimmen die Einstellung der Band, ihr Sound
und ihre Songs. Ich muss zugeben, dass ich nach dem ersten Hördurchlauf
etwas skeptisch war und die Scheibe undankbarerweise erst einmal ihr
lediglich im Quicky entjungfertes Dasein fristen musste.
Damit die Freunde derartiger Musik nicht den gleichen Fehler begehen sei meine
Schande hier eingestanden und dem geneigten Hörer dringend empfohlen
gleich eine erhöhte Dosis dieser völlig in DIY- Manier entstandenen
Platte einzunehmen. Die rhythmisch immer interessanten, melodiösen Songs
fesseln mit getragener Energie, knallen auch ohne wirklich hart zu sein
und überzeugen letztendlich durch Abwechslungsreichtum und ein hohes
Gefühlsniveau.
„Dreams Humming“ beispielsweise beginnt schlicht, aber
mit derart zarten Anschlägen dass es beinahe wehtut. In „Half Frozen
Peach Juice“ überlagern sich die Melodien von Klavier und Gitarre und
die beinahe geflüsterten Gesänge langen mit sanfter Gewalt direkt ins
Gehirn. „Settle Down“ brät förmlich die Luft, entwickelt pulsierenden
Eifer und zeigt, dass die drei Männer ihr Handwerk verstehen.
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass der „Durchschnittskölner mit Indie-
Anspruch“ nicht gerade oft den Weg nach Bonn findet. Das sollte er aber,
denn so authentisch dargebotenen Postcore/ Indierock konnte ich bis
jetzt in der Stadt des Doms noch nicht ausfindig machen.
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